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Pride Amsterdam
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Der Pride Amsterdam, bis 2017 Amsterdam Gay Pride (AGP), ist ein jĂ€hrlich am ersten Wochenende im August abgehaltenes Festival in der Innenstadt von Amsterdam fĂŒr LGBT-Personen mit einer Vielzahl von Veranstaltungen. Höhepunkt der Pride Amsterdam ist der karnevalsartige Umzug der fantasievoll kostĂŒmierten oder auch spĂ€rlich bekleideten Teilnehmer in bunt geschmĂŒckten Booten durch die Grachten Amsterdams: die Canal Parade. Neben dem Koningsdag ist die Pride Amsterdam die grĂ¶ĂŸte Festveranstaltung in Amsterdam, die jedes Jahr Hunderttausende von Besuchern anzieht.

Bereits zu Beginn der 1990er Jahre entstand in Amsterdam die Idee zur Veranstaltung von Gay Games. Der damalige Gay-Games-Vorstand setzte sich mit GeschĂ€ftsleuten und Gastronomie in Verbindung, um eine Boten Parade (spĂ€ter: Canal Parade) zu organisieren. Im September 1995 wurde die Stiftung Gay Business Amsterdam (GBA) mit der Zielsetzung gegrĂŒndet, zusammen mit anderen Organisationen und dem GaststĂ€ttengewerbe das kulturelle Leben in Amsterdam zu fördern und einen Beitrag zur Emanzipation fĂŒr Homosexuelle in den Niederlanden zu liefern.

Der Pride Amsterdam ist dem Berliner Pride Festival (auch: „Berlin Christopher Street Day“ genannt)cite-ref-1[1] und der „Gay Pride Parade in Rio de Janeiro“ (mit einer Million Besucher 2010) Ă€hnlich.cite-ref-2[2] Die „Gay Pride Parade in Rio de Janeiro“ ist wie der Pride Amsterdam eine Non-Profit-Organisation. UrsprĂŒnglich fehlte dem Pride Amsterdam jeglicher Protestcharakter, der eher bei anderen Pride-Veranstaltungen wie dem Roze Zaterdag (in den Niederlanden und dem flĂ€mischen Teil Belgiens) gepflegt wird. Inzwischen wird aber auch wĂ€hrend des Pride Amsterdam politisch Stellung bezogen und Ausschreitungen gegen Homosexuelle angeklagt. Außerdem war eine deutlich kommerziellere Ausrichtung als in den AnfĂ€ngen festzustellen, was aber durch mittlerweile verĂ€nderte Teilnahmebedingungen wieder beschrĂ€nkt wurde.

Contents

‱ Geschichte
‱ Weblinks

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Geschichte

EigentĂŒmer der Namen Amsterdam Pride, Pride Amsterdam und Canal Parade ist die GBA und durch das „Benelux Merkenburo“ gesetzlich geschĂŒtzt.cite-ref-orga-3-0[3] 1996 wurde die erste Canal Parade unter dem Namen Amsterdam Gay Pride gehalten.cite-ref-weareproud-nl-4-0[4]

Einige Wochen vor der ersten Canal Parade hatten die Organisatoren der Veranstaltungen große Bedenken hinsichtlich der DurchfĂŒhrung des Festes. Es hatte nur wenige Anmeldungen gegeben und es bestanden starke Zweifel, ob genĂŒgend Zuschauer kommen wĂŒrden. Trotz dieser Bedenken wurde die Parade durchgefĂŒhrt. Einer der Organisatoren fuhr selbst der Parade voraus und meldete erstaunt an die Kollegen am Startpunkt, dass die BrĂŒcken voller Menschen seien, was zunĂ€chst als „schlechter Scherz“ (flauwe grap) aufgefasst wurde.cite-ref-5[5] Damit wurde die erste Bootsparade doch noch ein Erfolg. Mehr als 45 Boote und Kleinboote nahmen daran teil.cite-ref-6[6]

Von 1996 bis 2005 war das GBA der Hauptorganisator von Amsterdam Pride. Ab 2006 ĂŒbernahm die gemeinnĂŒtzige Stiftung ProGay die Organisation der Pride Amsterdam. Die Gemeinde Amsterdam verlĂ€ngerte die Öffnungszeiten fĂŒr Lokale, da es bisher wĂ€hrend der FestivitĂ€ten keinerlei problematische Vorkommnisse oder gewaltsame Ausschreitungen gegeben hatte. Bis 24 Uhr konnte Musik auf der Straße gespielt und bis 1 Uhr durften GetrĂ€nke, ebenfalls auf der Straße, ausgeschenkt werden. Die abschließende Beurteilung der Polizei war: „Das GBA ist eine professionelle Organisation, mit der sich gut zusammenarbeiten lĂ€sst und die sich an alle Absprachen hĂ€lt“.cite-ref-7[7] Seit 2014 hat die „Stichting Amsterdam Gay Pride“ die Lizenz des Amsterdam Gay Pride ĂŒbernommen und hielt auch die Lizenz zur DurchfĂŒhrung der EuroPride 2016.cite-ref-orga-3-1[3]

Amsterdam Gay Pride kennzeichnet sich durch eine Vielzahl von AktivitĂ€ten, deren abschließender Höhepunkt die Canal Parade ist. Meistens beginnt sie am Westerdok und fĂŒhrt weiter durch die Prinsengracht, Amstel, Zwanenburgwal, Oudeschans und Oosterdok. Der Name Amsterdam Gay Pride war die offizielle Bezeichnung der Veranstaltungen und wurde 2017 durch Pride Amsterdam ersetzt. In Pressemitteilungen und Internetinformationen wurde (und wird) oft auch der Name Gay Pride Amsterdam benutzt. Da die Canal Parade zum Teil kommerzielle Ausmaße angenommen hatte, wurde beschlossen, die TeilnahmegebĂŒhren getrennt zu berechnen. Homosexuelle Gruppen und Organisationen bezahlten 100 Euro, Boote von kommerziellen Unternehmen (seit 2006 zum Beispiel von Banken oder politischen Parteien) mussten bis zu 4500 Euro zahlen. Reklame auf den Booten wurde beschrĂ€nkt, AktivitĂ€ten der AGP mussten „LGBT“-orientiert sein, damit sie in das Programm aufgenommen werden konnten.cite-ref-weareproud-nl-4-1[4] Ab 1998 wurde der AGP zusammen mit den Gay Games organisiert. Zur Finanzierung der AktivitĂ€ten trĂ€gt auch das Sponsoring von Firmen bei. Zur Vermeidung von Pinkwashing soll jedoch eine PrĂŒfung der Spender und UnterstĂŒtzer aus der Wirtschaft stehen.cite-ref-8[8]

Chronologie

1995 bis 2010

1995: Die Stiftung Gay Business Amsterdam wurde gegrĂŒndet.

1996: Die erste Canal Parade fand am 3. August statt. Von 1996 bis 2005 erhielt das GBA in total (umgerechnet) 101.600 Euro Subvention von der Gemeinde und zum Teil von einzelnen Stadtbezirken.

1997: Aus organisatorischen GrĂŒnden fand 1997 keine Canal Parade statt.

1998: In diesem Jahr wurde die Canal Pride (spĂ€ter: Canal Parade) zusammen mit den Gay Games organisiert. Rund 100 Boote beteiligten sich, darunter zwei Boote von Diskotheken sowie ein Boot mit Mitarbeitern vom „Academisch Ziekenhuis Utrecht“ (Akademisches Krankenhaus Utrecht) und vom GG&GD („Gemeentelijke Geneeskundige en Gezondheidsdienst“, deutsch: StĂ€dtisches Gesundheitsamt).

1999: Nach SchĂ€tzungen der Polizei waren es nicht mehr nur Zehntausende, die die Grachten und Straßen wĂ€hrend der AGB sĂ€umten, sondern ĂŒber 100.000 Zuschauer. Es beteiligten sich mehr Frauen bei den FestivitĂ€ten als in den vorhergegangenen Jahren.

2000: Wegen LĂ€rmbelĂ€stigung kĂŒndigte der Milieudienst (Amt fĂŒr Umweltschutz) strengere Kontrollen an. Die Organisation Amsterdam Pride war der Meinung, dass die Gemeindeauflagen zu streng wĂ€ren und damit nur noch eine „schweigsame Bootsfahrt“ („stille tocht“) möglich wĂ€re. Etwa 200.000 Menschen solidarisierten sich mit der Canal Parade. Durch die Menge an Besuchern wurden einige Verkehrsstörungen in der Innenstadt verursacht.

2001: Die Gay Pride bekam einen multikulturellen Charakter. Zum ersten Male fuhren Boote des arabischen Homocafes Habib Ana und von der jĂŒdischen Gemeinschaft Beit Ha‘Chidush mit. Auf dem Boot der Stand-up Comedians Chick with Dicks wurde mit einem Minarett gegen die Aussage eines Imam aus Rotterdam protestiert, der HomosexualitĂ€t als „Krankheit“ bezeichnet hatte.

2002: Die Canal Parade bekam zunehmend internationale Aufmerksamkeit in den Medien. Ein Boot des Roten Kreuzes beteiligte sich und forderte mehr Toleranz fĂŒr Menschen mit einer HIV- oder AIDS-Infektion. Freiwillige teilten kostenlose Kondome aus.

2003: Rund 300.000 Besucher kamen zur Parade. Möglicherweise, weil das GBA zu „mehr Nacktheit“ (meer bloot) der Teilnehmer auf den Booten aufgerufen hatte, aus Protest gegen die zunehmende SpießbĂŒrgerlichkeit und PrĂŒderie (Vertrutting und Preutsheid) der Amsterdamer Stadtverwaltung.

2004: Die Organisatoren von Gay Pride machten sich wegen steigender Gemeindekosten (fĂŒr Genehmigungen und Stadtreinigung) Sorgen ĂŒber die Zukunft der Parade. Sie waren der Meinung, dass die Kosten zu hoch und letztendlich unbezahlbar wĂ€ren. Der Organisator De Haan protestierte dagegen mit den Worten, dass mehr Nacktheit und weniger Tugendhaftigkeit gezeigt werden sollte („Uit protest roept hij iederen opnieuw op tot meer bloot en ondeugendere boten“).cite-ref-chronologie-9-0[9] Die Polizei kommentierte dies mit den Worten: „Hier und da pikant, aber nicht vulgĂ€r“. Die Anzahl der Zuschauer war auf rund 400.000 angestiegen.

2005: Durch Verzögerung der Gemeindegenehmigungen und Problemen mit der Finanzierung kam es zu Problemen. GBA musste zusĂ€tzliche 600 Mitarbeiter fĂŒr Sicherheitsvorkehrungen sowie 500 Ersthelfer wegen möglicher terroristischer AktivitĂ€ten einstellen. Das erste Boot prĂ€sentierte ein großes Foto von zwei iranischen Jugendlichen, welche aufgrund ihrer HomosexualitĂ€t exekutiert worden waren.

2006: Aufmerksamkeit erregten die Boote von politischen Parteien: GroenLinks und Democraten 66. Zum ersten Male beteiligten sich Boote unter dem Motto Personal Pride – Company Pride von den Firmen Shell, TNT und der ABN-AMRO-Bank. In diesem Jahr wurde der offizielle Name „We Are – Amsterdam Gay Pride“ geprĂ€gt. Die Anzahl der Besucher war auf 250.000 zurĂŒckgegangen. Das GBA hatte 2006 die Gemeindegenehmigung fĂŒr die Parade zurĂŒckgegeben, da es wieder zu Verzögerungen von diversen Genehmigungen und der Finanzierung der AGB gekommen war. Die Stiftung ProGay ĂŒbernahm die DurchfĂŒhrung von Amsterdam Gay Pride.cite-ref-10[10]

2007: Zum ersten Male fuhr ein Boot mit homosexuellen Jugendlichen unter 16 Jahren mit, zum Teil in Begleitung ihrer Eltern, und ein Boot mit heterosexuellen Teilnehmern. Die Gemeinde Amsterdam ließ ein neues Logo entwickeln: „We Are Proud“ (Wir sind stolz), um sich als tolerante Stadt zu profilieren. ProGay ĂŒbernahm den Ausspruch auch fĂŒr ihre zukĂŒnftigen AktivitĂ€ten.

2008: Am 2. August beteiligten sich der frĂŒhere BĂŒrgermeister Job Cohen, der Minister Ronald Plasterk und einige Polizeibeamte in Uniform an der Parade. Über 500.000 Zuschauer und FestgĂ€nger waren gekommen.cite-ref-11[11] Die ING-Bank sowie TNT Express traten als Sponsor auf.

2009: Bei der 14. Canal Parade fuhren 80 Boote mit, den Anfang machte ein Boot der Gemeinde Amsterdam. Die Anzahl der FestgĂ€nger wurde auf 56.000 geschĂ€tzt. Die Parteien CDA, VVD und MilitĂ€rangehörige in Uniform beteiligten sich. Um die Stadtbezirke nĂ€her bei der Canal Parade einzubeziehen, startete die Bootsrundfahrt in diesem Jahr in Slotervaart. Auf der ersten BrĂŒcke, die von den Booten passiert wurde, stand der Anti-Homospruch: „Homo’s gaan naar de hell“ (Homos gehen in die Hölle).cite-ref-12[12]

2010: Mit rund 300 verschiedenen AktivitÀten war die Gay Pride das bislang umfangreichste Festival dieser Art. Erstmals fuhr ein African-Pride-Boot mit. Am 6. August fand der Gay-Pride-Sporttag statt und am Nieuwmarkt ein Freiluft-Kino mit Filmen zu African Pride und Euro Pride. Mit CumShots (ein Wortspiel zwischen den englischen Wörtern Samenerguss und Kameraaufnahme) wurde das erste Lesbische Porno-Festival in den Niederlanden gehalten.cite-ref-13[13] 175 Organisationen und Gruppen hatten sich angemeldet, 80 Boote nahmen an der Parade teil, darunter ein Boot der Organisation COC mit homosexuellen Jugendlichen bis zu 18 Jahrencite-ref-14[14] und der Gewerkschaft FNV.cite-ref-chronologie-9-1[9]

2011 bis heute

2011: Das Thema der Canalparade war dieses Jahr All together now. 80 Boote beteiligten sich, welche in drei Kategorien eingeteilt waren: LBGT-Teilnehmer, Gay Horeca (GaststĂ€tten mit vorwiegend homosexuellem Publikum) und kommerzielle (Banken, Unternehmen etc.) Boote.cite-ref-chronologie-9-2[9] Die Parade wurde vom ehemaligen amerikanischen Leutnant Dan Choi eröffnet. Er war wegen seiner HomosexualitĂ€t entlassen worden und fuhr als Ehrengast auf dem Boot des Verteidigungsministeriums (Ministerie van Defensie) mit. Zum ersten Mal fuhr ein Boot der hindustanischen homosexuellen Gemeinschaft mit. Die UniversitĂ€t von Amsterdam (UvA) beteiligte sich ebenfalls zum ersten Mal mit dem Thema: „A Very Gay Education“.cite-ref-15[15] Der Vorsitzende F.v. Dalen von ProGay gab bekannt, dass rund 380.000 Menschen die Canalparade besuchten.cite-ref-chronologie-9-3[9] Bei der Bootparade fuhren dieses Jahr unter anderem mit: das (seit Anfang 2016 insolvente)cite-ref-16[16] Warenhaus Vroom & Dreesmann (V&D), Gay Palace Rotterdam, Mitarbeiter der Zeitschrift PROUDmagazine, Eden City Hotels Amsterdam, De Nederlandsche Bank,cite-ref-17[17] Stiftung Aids Fonds, Loveland Events BV, Nederlandse Spoorwegen,cite-ref-18[18] Stiftung Thai, Gemeinde Amsterdam, Feuerwehr Amsterdam-Amstelland und viele andere mehr.cite-ref-19[19] Die Organisation COC startete eine Protestaktion fĂŒr Unterricht an allen Schulen ĂŒber HomosexualitĂ€t und Transgeschlechtlichkeit.cite-ref-20[20]

2012: Zum ersten Mal fuhr ein Boot mit tĂŒrkischen Homosexuellen (Stiftung Elance) mit. Weitere Teilnehmer waren unter anderem die Gemeinde Amsterdam, Stiftung Rotterdam Boot, Gemeinde Almere, Verteidigungsministerium, YouTube und Google, Aids Fonds, Drag Queens United, University Pride.cite-ref-chronologie-9-4[9] Das Thema der diesjĂ€hrigen Veranstaltung war On the Move. ProGay und die Homosexuellenorganisation COC hatten den Fußballclub Ajax zur Teilnahme mit einem Boot eingeladen. Der Amsterdamer Club lehnte es jedoch ab.cite-ref-21[21] Die Boote fuhren 2012 vom Westerdok durch die Prinsengracht, Amstel, Oudeschans und Oosterdok.

2013: WĂ€hrend der diesjĂ€hrigen Parade fuhr ein Boot des niederlĂ€ndischen Verteidigungsministeriums mit, so wie schon einmal 2011, diesmal aber mit der Verteidigungsministerin. Viel Aufmerksamkeit der Medien zog auch das Boot des Königlich NiederlĂ€ndischen Fußballbundes auf sich, auf dem eine Riege bekannter ehemaliger Fußballspieler mitfuhr.cite-ref-22[22] Es wird geschĂ€tzt, dass die Canalparade von rund 300.000 Besuchern besucht wurde, etwa so viel wie im Vorjahr.cite-ref-23[23]

2014: Bei der nun 19. Parade am 2. August 2014 fanden sich wieder ca. 300.000 Besucher ein. Die Polizei legte in diesem Jahr ihren Aufmerksamkeitsschwerpunkt auf TaschendiebstĂ€hle. Allerdings wurden keine nennenswerten VorfĂ€lle gemeldet.cite-ref-24[24] Die Canal Parade wurde eine Dreiviertelstunde vorgezogen, um einem erwarteten Sturm auszuweichen. Im Laufe des Zuges begann es dann auch stark zu regnen, aber das eigentliche Unwetter blieb aus.cite-ref-25[25] Die Parade von 80 Bootencite-ref-26[26] wurde angefĂŒhrt von dem Boot der niederlĂ€ndischen AIDS Organisation Aids Fonds die ihrer vor mehr als zwei Wochen zuvor bei dem UnglĂŒck des Malaysia-Airlines-Flug 17 ums Leben gekommenen Mitarbeiter gedachten. Mit einigem Abstand folgten dann die festlichen Schiffe, angefĂŒhrt von dem Boot der Gemeinde Amsterdam mit einem tanzenden BĂŒrgermeister (Eberhard van der Laan) auf dem Vorschiff.

In diesem Jahr gab es auch wieder einige Premieren, so z. B. das marokkanische und das amerikanische Boot. Auch war wieder ein jĂŒdisches Boot dabei. Das marokkanische Boot richtete die Aufmerksamkeit darauf das Tabu der HomosexualitĂ€t unter Marokkanern zu durchbrechen. Das US-Boot brachte die Anerkennung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften in den Vereinigten Staaten in den Fokus. Das Academisch Medisch Centrum aus Amsterdam fuhr mit einem sogenannten „Spenderboot“ mit. Es ist Bestandteil einer Werbekampagne des Krankenhauses um mehr Spender fĂŒr ihre stets knappen Eizellen zu finden. DarĂŒber hinaus gab es wieder viele Boote von verschiedenen Organisationen, die ihre Aufmerksamkeit auf die Sponsoring-Unternehmen richten sollten. Zwei Gewinner des Eurovision Song Contest waren ebenfalls mit von der Partie: Dana International aus Israel und Conchita Wurst aus Österreich.

2015: Zur zwanzigsten Canalparade wurde der Fokus auf die Situation von Homosexuellen unter den FlĂŒchtlingen und Obdachlosen gelegt. Ebenso wie auf die Homosexuellensituation in den Überseegebiete der Niederlande. Es war auch das erste Mal, als ein „leeres“ Boot, das vom Telekommunikationsanbieter KPN zusammen mit einer 360-Grad-Kamera zur VerfĂŒgung gestellt wurde, teilnahm. Mit dieser Kamera und der DirektĂŒbertragung konnten so auch Menschen via Internet in der Parade „mitsegeln“. Die Besucherzahl war in diesem Jahr besonders hoch und betrug geschĂ€tzt ĂŒber 560.000 Besucher.

2016: In diesem Jahr war nach 22 Jahren wieder die EuroPride zu Gast in Amsterdam.cite-ref-27[27] Der Roze Zaterdag fÀllt dieses Jahr auf den 23. Juli. Zwei Wochen spÀter, am 6. August, fand dann die Canalparade statt. Innerhalb dieser zwei Wochen fanden viele Veranstaltungen im Rahmen der Amsterdam Gay Pride.cite-ref-28[28] Ein Boot gedachte der Opfer eines Anschlags in Orlando im vergangenen Juni.cite-ref-29[29]

Die Parade zog wie im Vorjahr ca. 560.000 Besucher an.cite-ref-30[30] Unter den 80 Wasserfahrzeugen waren auch viele bekannte Namen aus Wirtschaft, Aktivistenkreisen und Politik.cite-ref-31[31]

Die Route wurde dieses Jahr ein wenig abgewandelt um auch an dem prĂ€chtigen Klipper Stad Amsterdam vorbeizuziehen, welches dieses Jahr am Schifffahrtsmuseum vor Anker lag. Vorab sind GerĂŒchte laut geworden, dass auch König Willem-Alexander der Bootparade beiwohnen wĂŒrde, es stellte sich aber heraus, dass er bei den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro weilte.cite-ref-32[32]

Aufgrund der zeitgleich stattfindenden EuroPride und den zu erwartenden Besucherzahlen, sowie die BelĂ€stigungen durch den mehrtĂ€gigen LĂ€rm reichten Anwohner der Altstadt etliche EinsprĂŒche und Klagen beim BĂŒrgermeister ein, wenn auch vergeblich.cite-ref-33[33]

2017: Die Boote fuhren in diesem Jahr erstmals in die entgegengesetzte Richtung, dem Uhrzeigersinn folgend. Auch startete die Parade eine Stunde frĂŒher als bisher um 13:00 Uhr. Die Parade mit dem diesjĂ€hrigen Motto „This is my Pride“ begann im Oosterdok nahe dem Het Scheepvaartmuseum. Die Route fĂŒhrte ĂŒber die Westerdok, die Amstel und die Prinsengracht; 23 BrĂŒcken wurden passiert.

In diesem Jahr gab es 118 Anmeldungen zu dieser Parade, wovon aber nur 80 Teilnehmer ausgewĂ€hlt wurden, die mitfahren durften. Auf den Schiffen fanden einige Tausend feiernde Menschen Platz. Jedoch flammte die Diskussion ĂŒber das MengenverhĂ€ltnis der 'ideellen Boote' zu den 'kommerziellen Booten' erneut auf. Es sind (vorerst) jedoch immer noch weit mehr Wasserfahrzeuge im Zug, die eine ideelle Botschaft, etwa zur Gleichstellung oder Safer Sex, transportieren als Boote, die von verschiedenen Unternehmen mit ihrer Werbung, aber eben auch mit ihren schwul-lesbischen Mitarbeitern auf den Kurs geschickt werden. Dazu ĂŒbernehmen die Unternehmen die Kosten und sorgen so fĂŒr eine weithin erkennbare UnterstĂŒtzung ihrer LBGT-Belegschaft.

Besonders auffallend waren folgende Boote: Ein Boot zur PrĂ€vention von Suizid (Stiftung 113Online),cite-ref-34[34] das Boot der Scouting Nederland, ein iranisches Boot, das an die Situation der LGBT in Iran erinnert, allerdings wegen eines organisatorischen Problemen strandete (der KapitĂ€n verließ das Boot), ein marokkanisches Boot (Pink Marrakech) und das Boot von Dolly Bellefleur & friends einer bekannten Amsterdamer Travestiegruppe.cite-ref-35[35]cite-ref-36[36]

2018: Auch in diesem Jahr fuhren 80 Boote mit einer Vielzahl verschiedener Themen. Das Motto 2018 lautete „Heroes“ (Helden). Einige der auffĂ€lligen neuen Boote waren: Das Schiff der Gemeente Amsterdam, mit der jĂŒngst vereidigten BĂŒrgermeisterin Femke Halsema (ihr VorgĂ€nger Eberhard van der Laan starb ĂŒberraschend im Oktober vergangenen Jahres), der nationale Ruderverband Koninklijke Nederlandsche Roeibond, welcher auch der Einzige der 76 niederlĂ€ndischen SportbĂŒnde war, der mitfahren durfte, ein Boot der Homosexuellenvereinigung COC Nederland, gewidmet der niederlĂ€ndischen Aktion fĂŒr Mehrelternhaushalte („meeroudergezinnen“, dem entsprĂ€che in Deutschland die Co-Elternschaft mit mehreren Erwachsenen), das iranische Boot mit vielen FlĂŒchtlingen – es durfte zum Ausgleich fĂŒr das vorzeitige Ausscheiden im letzten Jahr mitfahren, 'Roze in Rood': das Boot der Feuerwehr und 'Roze in Wit': ein 'Ärzteboot' mit Medizinern. Auch waren verschiedene Boote der 'roze sportclubs' vertreten.cite-ref-37[37]

2019: Das Motto in diesem Jahr war Remember the past, create the future womit an die Stonewall-AufstĂ€nde gedacht werden sollte, welche vor 50 Jahren in New York ausbrachen und einen Wendepunkt in der Geschichte der LBGT-Bewegung markierten. In diesem Jahr wurden die Sicherheitsauflagen noch mal erhöht. Aufgrund des großen Andrangs auf dem Wasser, vor allem in der Prinsengracht, wurden nur Boote in die Grachten des Paradewegs gelassen, die eine Erlaubnis dazu bekamen (gekennzeichnet mit der „Pride Vignet“). Auch wurde ĂŒberlaute Musik, welche den allgemeinen GerĂ€uschpegel der Bootsparade ĂŒbertönt, verboten. Das Parken von Autos entlang der Kaimauern wurde untersagt, um mehr Platz fĂŒr die Zuschauer zu schaffen. Allerdings wurden einige Kaiabschnitte mit ZĂ€unen abgesperrt, da man befĂŒrchtete, dass es aufgrund des Zuschauerandrangs und des schlechten Zustands einiger Grachtbegrenzungen zu UnfĂ€llen kommen wĂŒrde. Auch in diesem Jahr sahen wieder Hunderttausende von Zuschauern die achtzig teilnehmenden Boote und die Bootsparade verlief ohne ZwischenfĂ€lle. Die Parade wurde, wie auch in den Vorjahren, vom Sender AVROTROS und NPO 1 live ĂŒbertragen.

2020: In diesem Jahr fand das Festival und die Canalparade nicht im bisherigen Umfang statt. Der Grund waren die BeschrĂ€nkungen aufgrund COVID-19-Pandemie im Königreich der Niederlande, einer Viruserkrankung, deren Verbreitung durch behördliche Untersagung von Großveranstaltungen jeglicher Art begegnet werden sollte.cite-ref-38[38] WĂ€hrend die Canalparade ganz ausfiel, hat die Pride Amsterdam sich aber ein Ausweichprogramm ausgedacht, um in Pendemiezeiten doch noch sichtbar zu sein. So wurde vom 25. Juli bis zum 2. August unter dem Namen „The Corona Edition“ ein Alternativprogramm konzipiert: Neben einer neuntĂ€gigen Live-Übertragung auf PrideTV und einem Livestream aus dem Koninklijk Concertgebouw war die Pride Amsterdam in den Straßen Amsterdams auch 2020 wahrnehmbar. Dazu gab es die Find-All-Flags Tour, bei der ĂŒber eine Strecke von fĂŒnf Kilometern an bestimmten Punkten homosexueller Geschichte die Flaggen der Pride-Community gezeigt werden, beginnend mit der gigantischen 25 Meter langen Regenbogenfahne am Westertoren, ĂŒber das benachbarte Homomonument und weiter entlang weiterer LGBT-Orte.cite-ref-39[39] Dazu wurde in der Stadt die City-Light-Poster der Außenwerbung mit der Proud Faces Of Pride Kampagne bespielt. Hier waren dutzende Gesichter homosexueller Menschen mit der pinkfarben unterlegten Hashtag-Überschrift „#IAMPROUD“ zu sehen. Auch gab es den Appell möglichst viele Regenbogenfahnen aus dem Fenster zu hĂ€ngen.cite-ref-40[40]

2021: Unter dem Titel „TAKE PRIDE in us“ wurde in diesem Jahr das 25. JubilĂ€um der Amsterdam Gay Pride zelebriert. Es gab einen Straßenumzug und viele Diskussions- und Tanzveranstaltungen in SĂ€len, auf Podien und auch in Außenbereichen. Dazu wurden auch viele informative Plakate in der Stadt aufgehĂ€ngt. Wie im letzten Jahr vorgestellt, wurden auch 2021 mehrere Dutzend „Botschafter“ (Ambassadeurs) benannt, die der Veranstaltung ein prominentes Gesicht geben sollen. Neben dem Organisator Siep de Haan, dem Moderator und Fernsehmacher Sipke Jan Bousema, der fernsehbekannten Polizistin Ellie Lust (wie auch anderen engagierten Polizeibeamten, siehe auch Abschnitt 'Polizeiinitiative fĂŒr HomosexualitĂ€t') und der regional bekannten Dragqueen Dolly Bellefleur zeigte neben vielen weiteren LGBT-Personen auch Conchita Wurst Flagge fĂŒr den Amsterdam Gay Pride.cite-ref-41[41]

2022: Unter dem Motto „My Gender, My Pride“ fand zwischen dem 30. Juli und dem 7. August, nach zwei Jahren Pause, die Amsterdam Pride wieder statt. Mit den Hochschulen Amsterdams (UV, VU, HvA) wurde unter dem Namen „Pride University“ ein interaktives Programm angeboten.cite-ref-42[42] Am 6. August gab es auch wieder den Höhepunkt, die Bootsparade. Um 12 Uhr starteten 80 Boote am Osterdok und um ungefĂ€hr 18:00 Uhr traf das letzte Boot am Westerdok ein. Die Rundfunkanstalt AVROTROS ĂŒbertrug diese 25. Bootsparade ĂŒber mehrere Stunden live ĂŒber die Frequenz des Senders NPO1.cite-ref-43[43]cite-ref-44[44]

2023: Die Veranstaltungen rund um die Amsterdam Gay Pride mit dem Motto „YouAreIncluded“ fanden vom 22. Juli bis zum 6. August statt. Der Höhepunkt aller Events, die aus Workshops, Konzerten und Begegnungsveranstaltungen (darunter ein spezieller Tag fĂŒr LGBTQ-Asylbewerber) bestanden, fand am 5. August 2023 mit der Canalparade und tausenden Besuchern, die trotz starker gelegentlicher Regenböen anreisten, statt. Eine Jury mit dem Moderator Cornald Maas (u. a. bekannt vom Eurovision Song Contest) zusammen mit u. a. der Amsterdamer KulturstadtrĂ€tin Touria Meliani und der Transgender-Frau Solange Dekker bewertet die teilnehmenden Boote und wĂ€hlt die Gewinner in den Kategorien: beste AusfĂŒhrung (das mit Pflanzen beschmĂŒckte Boot des Amsterdamer Tierparks Artis, welches DiversitĂ€t im Tierreich und der Pflanzenwelt zum Them machte), beste Kampagne/Statement (das Vorjahresgewinnerboot „3 Layers“ welches Fragen zu homophober Gewalt behandelte) und die beste Darstellung eines Themas (Das Boot „We Are Family“).cite-ref-45[45] Ein bestimmendes Thema des diesjĂ€hrigen Amsterdam Gay Pride war auch das neue, Geschlechtswechsel vereinfachende Transsexuellengesetz, welches aktuell noch im politischen Prozess feststeckt.cite-ref-46[46]

2024: Da es nicht gelang eine neue Koordination des Pride zu entwerfen, war der Aufbau der Veranstaltung 2024 derselbe wie im Vorjahr: Unter dem Namen Queer & Pride Amsterdam organisierten sowohl die Queer Amsterdam Foundation (QA, vom 3. Juli bis 4. August) als auch die Pride Amsterdam Foundation (SPA, nur in der Woche vom 27. Juli bis 4. August) ihre jeweils eigenen AktivitÀten.

Der traditionelle Demonstrationszug, der Pride Walk, fand am 20. Juli statt. Allerdings kam es zu einem Eklat, nachdem QA auf Instagram verkĂŒndet hatte, dass israelische Flaggen (wegen des Gaza-Kriegs) nicht willkommen seien, was u. a. von BĂŒrgermeisterin Femke Halsema als unzulĂ€ssig erachtet wurde. Daraufhin zog sich QA als Mitorganisator zurĂŒck und ĂŒberließ der Stiftung Homomonument die DurchfĂŒhrung des Pride Walk.cite-ref-47[47] Neben dem Pride Walk organisierte die SPA am 27. Juli eine eigene Parade unter dem Namen Pride March. Dieser fĂŒhrte von Amstelveld zum Vondelpark, wo wiederum unter dem Namen Pride Park eine Vielzahl von AktivitĂ€ten stattfand. AnlĂ€sslich der Pride wurden am 25. Juli am Nieuwendijk und am Rokin auf Initiative der dortigen WirtschaftsverbĂ€nde vier provisorische Regenbogen-Zebrastreifen eingeweiht.cite-ref-48[48] Der COC organisierte wieder seinen 'Shakespeare Club', diesmal im H’ART Museum im Amstelhof. Diese Veranstaltung durfte dieses wegen BelĂ€stigung der Nachbarschaft zum ersten Mal seit 20 Jahren nicht auf dem Amstelveld stattfinden.cite-ref-49[49]

Die Canal Parade am 3. August begann am Het Scheepvaartmuseum nahe des Oosterdoks, fĂŒhrte ĂŒber die Nieuwe Herengracht und Amstel weiter via Prinsengracht bis zu ihrer Auflösung am Westerdok. Auch in diesem Jahr waren 80 Boote auf dem Wasser, die von lokalen LGBT-VerbĂ€nden, dem schwulen Gastgewerbe, rosa Netzwerken von multinationalen Unternehmen und Banken (u. a. Booking.com oder Deloitte) und Regierungsbehörden gestellt wurden. Eine Jury, bewertete die Teilnehmer der Canal Parade. In der Kategorie Design gewann das Boot von Tess van Zwol mit dem Motto „Together We are Golden“. Der Preis fĂŒr das Boot mit der besten Botschaft ging an Amnesty International, die ihr schwarzes Boot komplett leer ließen, um (mit seitlich angebrachten Textbotschaften) zu zeigen, dass viele Menschen aus der LGBTQIA+-Gemeinschaft weltweit wegen ihrer sexuellen Orientierung oder GeschlechtsidentitĂ€t verfolgt werden. Der Preis fĂŒr die beste Darstellung des Themas ‘together’ ging an das Boot von Gay Expats, das mit ‘Unite all Letters’ alle Buchstaben (in der Formgebung des Spiels Scrabble) zusammenbringen wollte.cite-ref-50[50]cite-ref-51[51]

2025: Bei der Canal Parade 2025 nahmen weniger große kommerzielle Unternehmen und dafĂŒr mehr gemeinnĂŒtzige Einrichtungen teil als in den Jahren zuvor. Eine Reihe großer amerikanischer Unternehmen nahm nicht mehr teil, so zogen sich Amazon und Facebook als Sponsoren zurĂŒck. Andere schraubten ebenfalls ihre AktiviĂ€ten zurĂŒck, jedoch war dies weniger auf das von US-PrĂ€sident Donald Trump im Januar 2025 erlassenen Verbote von DiversitĂ€tspolitik zurĂŒckzufĂŒhren. So gaben verschiedene Unternehmen an, in diesem Bereich ihren eigenen Kurs zu verfolgen und nannten Kosteneinsparungen oder eine geĂ€nderte Marketingpolitik als Grund fĂŒr ihre Nichtteilnahme.cite-ref-52[52] Das rosa Netzwerk von GroenLinks wollte dieses Jahr nicht gemeinsam mit der VVD auf dem politischen Boot mitfahren, erhielt jedoch keine Genehmigung fĂŒr ein eigenes Boot.cite-ref-53[53] Die Luxus-Fitnessstudiokette „Saints and Stairs“ zog ihre Teilnahme nach VorwĂŒrfen der Ausbeutung von Reinigungspersonal zurĂŒck, woraufhin die Stiftung „LGBT Asylum Support“ mitfahren durfte.cite-ref-54[54] Weil sie das Boot von Booking.com (einem hauptsĂ€chlichen Sponsor der Veranstaltung) aufhalten und beschmieren wollten, wurden fĂŒnf Aktivisten festgenommen. Sie wollten damit auf die AktivitĂ€ten des Unternehmens in den von Israel besetzten Gebieten aufmerksam machen.cite-ref-55[55]

Rahmenveranstaltungen

Im Rahmen der AGB finden jedes Jahr in der ersten Augustwoche Veranstaltungen verschiedener homosexueller Gruppierungen und Vereine wie Sport- und Straßenfeste statt (die angegebenen Festival-AktivitĂ€ten beziehen sich auf die Jahre 2005 bis 2011).

Straßenfeste wurden in der Reguliersdwarsstraat, einer Straße mit vornehmlich Homosexuellen-Bars, CafĂ©s und Restaurants, sowie in der Utrechtse- und Paardenstraat gehalten, außerdem am Westermarkt, Amstelveld, Zeedijk, an der Amstel und am Rembrandtplein. Eine Internationale street party fand in Amsterdam-West statt und in Amsterdam-Oost die Caribbean Street Party.cite-ref-56[56] Der Coffeeshop Betty Too organisierte die LesBian Pride unter dem Namen Drag King Betty Contest.

Sportveranstaltungen diverser homosexueller Vereine gab es unter anderen im Westerpark, dort fand ein Turnier mit sieben Teams der Homo- und Lesbo Volleyball-Vereinigung statt. The Amsterdam Lowlander Gay Rugby-Club und Smash Amsterdam, die jĂŒngste Gay-Volleyball-Vereinigung, prĂ€sentierten sich ebenfalls im Westerpark. Im Marnixbad feierte die Schwimmvereinigung GaySwim ihr JubilĂ€um.cite-ref-57[57] Speziell fĂŒr Frauen wurde ein Programm mit Wanderungen und einer „Motorroute“ angeboten.

Kulturelle AktivitĂ€ten wurden insbesondere von religiösen Vereinigungen angeboten. Zu Ehren der Gay Pridewurde von der jĂŒdischen Gemeinde Beit Ha'Chidush ein spezialer Pink-Shabbat in der Uilenburger Synagoge gehalten.cite-ref-58[58] In der Keizersgracht veranstaltete die „Protestantse Kerk“ (Evangelische Kirche, PKA) und die „Christelijke Homoorganisatie“ (Christliche Homoorganisation) eine Gay Pride-Feier. Die Meinung der PKA war: „
verheugd te zijn dat veel homos und lesbiennes actief zijn in de kerk, als predikant, bestuurder en kerklid“ (deutsch: „
erfreut zu sein, dass viele Homos und Lesben aktiv in der Kirche sind, als Pfarrer, Vorsteher und Kirchenmitglied“).cite-ref-59[59] Mit Pink Ladys on Stage brachte das Internationaal Homo/Lesbisch Informatiecentrum en Archief (IHLIA) in der Öffentlichen Bibliothek Amsterdam (Openbare Bibliotheek Amsterdam) unter anderem Musik, Vorlesungen und FilmvorfĂŒhrungen. Die Vorstellungen wurden abgeschlossen mit LesBian Pride Chill Out. Das IHLIA ist das grĂ¶ĂŸte Archiv, Informations- und Dokumentationszentrum mit Bibliothek fĂŒr LGBT in den Niederlanden und Europa.cite-ref-60[60] Beteiligte SĂ€nger waren unter anderen Gerard Joling, Patricia Pay, Astrid Akse, Shary-An Nivillac sowie die Frauengruppe Samba Bumba und die Disk Jockeys Bo Monde, Helene Lepage, Misstrezz, Nudi und Sunrise.

Polizeiinitiative fĂŒr HomosexualitĂ€t

2008 waren bereits Polizisten in Uniform auf einem Boot der Canal Parade mitgefahren. Am 22. August 2008 wurde die Stiftung „Landelijke Homonetwerk Politie“ (Überregionales Homonetzwerk der Polizei, LHP) mit dem Namen Roze in Blauw gegrĂŒndet („Rosa in Blau“; „Rosa“ steht fĂŒr HomosexualitĂ€t, „Blau“ fĂŒr die Uniformen der niederlĂ€ndischen Polizei). Die LHP ist Ansprechpartner fĂŒr alle homosexuellen Mitarbeiter der „Roze in Blauw“-Polizei. Alle zwei Jahre findet ein ĂŒberregionaler Studientag statt, unter anderem mit der Zielsetzung, HomosexualitĂ€t innerhalb der Polizeiorganisation „erkennbar zu machen“, sowie zur UnterstĂŒtzung der Euro Gay Police Association (EGPA) und Beteiligung bei Homoorganisationen und Gruppen.cite-ref-61[61]

Auszeichnungen

In den USA wurde der „Amsterdam Gay Pride“ (AGP) 2008 als „bester Gay Pride“ in Europa ausgezeichnet. Im Herbst 2008 gewann der AGP den „Welcom Award“ als „Gastfreundlichste Veranstaltung“ in Amsterdam. 2010 erhielt der AGP in der Kategorie „beste stadspromotie-event“ den Preis fĂŒr die „beste Stadtpromotion-Veranstaltung“.cite-ref-weareproud-nl-4-2[4] 2016 fand der AGP unter dem Titel „EuroPride 2016“ statt.

WeiterfĂŒhrende Literatur

‱ Rob Tielman: Homoseksualiteit in Nederland: studie van een emancipatiebeweging. (Über die Geschichte der Homosexuellenbewegung in den Niederlanden seit 1911). Uitgeverij Boom. Meppel 1982. ISBN 90-6009-403-4.
‱ Laurens Buijs, Jan Willem Duyvendak, Gert Hekma: Als ze maar van me afblijven. Een onderzoek naar antihomoseksueel geweld in Amsterdam. („Eine Untersuchung nach Antihomosexueller Gewalt in Amsterdam“), S. 81. University Press, Amsterdam 2008. ISBN 90-8964-086-X. (eingeschrĂ€nkte Vorschau in der Google-Buchsuche).
‱ Michael Boulogne, Aart Bode: Gaypride Amsterdam. Uitgeverij Boulogne Images, 2010. ISBN 978-94-90523-01-5
‱ Christoph Driessen: Schwule in Amsterdam, zur Geschichte der Homosexuellen in Der Spiegel vom 30. Mai 2013

Weblinks

Commons

: Amsterdam Gay Pride

– Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

‱ Offizielle Website der Amsterdam Gay Pride
‱ Amsterdam Gay Pride Canal Parade 2008, Video (8:16 min) auf Vimeo
‱ Website der Reguliersdwarsstraat
‱ EuropĂ€ischer Verband lesbischer und schwuler Polizeibediensteter

Einzelnachweise

cite-note-11. ↑ Website der Berliner Pride. Abgerufen am 18. November 2023.
cite-note-22. ↑ Gay Pride Parade Rio de Janeiro (Memento des Originals vom 26. September 2011 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.gaypridebrazil.org (englisch), abgerufen am 1. September 2011.
cite-note-orga-33. ↑ Organisation „Amsterdam Pride“ (Memento des Originals vom 22. MĂ€rz 2017 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/pride.amsterdam. NiederlĂ€ndisch, abgerufen am 21. MĂ€rz 2017.
cite-note-weareproud-nl-44. ↑ We Are Proud, Historie (Memento vom 5. MĂ€rz 2012 im Internet Archive). NiederlĂ€ndisch, abgerufen am 10. August 2010.
cite-note-55. ↑ Geschiedenis Canal Parade (Memento vom 1. Oktober 2011 im Internet Archive), abgerufen am 23. November 2023 (niederlĂ€ndisch).
cite-note-66. ↑ 25 Years (Memento des Originals vom 1. August 2021 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/pride.amsterdam auf pride.amsterdam (englisch)
cite-note-77. ↑ Siep de Haan (Memento vom 22. MĂ€rz 2017 im Internet Archive). NiederlĂ€ndisch, auf Gaysite.nl, abgerufen am 21. MĂ€rz 2017.
cite-note-88. ↑ Pride Business Club auf der Website der Amsterdam Pride Amsterdam (niederlĂ€ndisch und englisch)
cite-note-chronologie-99. ↑ Zitatbeleg (Memento vom 6. Oktober 2013 im Internet Archive)
cite-note-1010. ↑ „Progay“: offizieller Organisator van Amsterdam Gay Pride (Memento vom 14. August 2010 im Internet Archive). NiederlĂ€ndisch, abgerufen am 10. August 2010.
cite-note-1111. ↑ Vgl. hierzu: Jan Willem Duyvendak, Laurens Buijs: Als ze maar van me afblijven. Zitat: „De botenparade van de Gay Pride in 2008 was een van de best bezochte ooit: volgens de organisatie stonden niet minder dan een half million mensen langs de grachten.“ S. 15
cite-note-1212. ↑ Antihomotekst bij Canal Parade auf NU.nl vom 1. August 2009, abgerufen am 19. November 2023.
cite-note-1313. ↑ Pornofestival fĂŒr Frauen, in: Het Parool vom 18. Juli 2010. NiederlĂ€ndisch, abgerufen am 11. August 2010.
cite-note-1414. ↑ Information vom „COC“ ĂŒber Beteiligung an der „Canal Parade“.
cite-note-1515. ↑ Verklaring UvA: Pride voor de Amsterdam Gay Pride 2011 (Memento vom 4. Mai 2016 im Internet Archive). (niederlĂ€ndisch)
cite-note-1616. ↑ Door Kyra Bals: V&D voor laatste keer open. In: dichtbij.nl. 22. MĂ€rz 2016, archiviert vom Original (nicht mehr online verfĂŒgbar) am 1. April 2016; abgerufen am 1. April 2016.
cite-note-1717. ↑ Pressemitteilung der DNB: Regenboogvlag op dak DNB tijdens Canal Parade (Memento des Originals vom 14. Juni 2020 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.dnb.nl (De Nederlandsche Bank nahm zum dritten Mal an der Canal Parade teil.) NiederlĂ€ndisch, abgerufen am 12. August 2011.
cite-note-1818. ↑ Pressebericht der NS vom 29. Juli 2011. Über die Teilnahme an der Canal Parade, unter: „Amsterdam Gay Pride: NS zet extra treinen en boot in“. NiederlĂ€ndisch, abgerufen am 12. August 2011.
cite-note-1919. ↑ Autor: Marije Willems. In NCR Handelsblad vom 6. August 2011. NiederlĂ€ndisch, abgerufen am 1. Mai 2013
cite-note-2020. ↑ Protestaktion der Organisation COC. NiederlĂ€ndisch, abgerufen am 21. MĂ€rz 2017.
cite-note-2121. ↑ Ajax slaat uitnodiging voor Gay Pride af in AD vom 24. Juli 2012 (niederlĂ€ndisch), abgerufen am 19. November 2023
cite-note-2222. ↑ 'Selektion' von bekannten Fußballern der KNVB wĂ€hrend Gay Pride De Volkskrant, 1. August 2013 (niederlĂ€ndisch)
cite-note-2323. ↑ Bendes zakkenrollers slaan toe tijdens Gay Pride, Het Parool, 5. August 2013 (niederlĂ€ndisch)
cite-note-2424. ↑ Feest en herdenken bij Gay Pride, www.nos.nl; 2. August 2014.
cite-note-2525. ↑ Paraplu's en feeststemming op Amsterdam Gay Pride, www.ad.nl; 2. August 2014.
cite-note-2626. ↑ Liste der teilnehmenden Organisationen und Personen 2014 (Memento vom 31. August 2014 im Internet Archive)
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cite-note-3535. ↑ Canal Parade in Amsterdamse grachten in volle gang, wws.nos.nl; 5. August 2017
cite-note-3636. ↑ Dit was de Canal Parade, www.parool.nl; 5. August 2017
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cite-note-4242. ↑ Pride Amsterdam van start met volledig programma Information der Pride Amsterdam, PDF 176 kB (niederlĂ€ndisch)
cite-note-4343. ↑ anal Parade voor de 25e keer door grachten Information der Pride Amsterdam, PDF 177 kB (niederlĂ€ndisch)
cite-note-4444. ↑ Main Event Canalparade auf den Webseiten der Pride Amsterdam
cite-note-4545. ↑ Ondanks regen 'fantastische' 26e editie van Canal Parade Bericht in Trouw vom 5. August 2023
cite-note-4646. ↑ Veel aandacht en activiteiten voor transpersonen tijdens Pride Amsterdam Pressetext der Pride Amsterdam vom 28. Juli 2023
cite-note-4747. ↑ Het dilemma van Pride: protest of viering?, in NRC Handelsblad vom 20. Juli 2024
cite-note-4848. ↑ Rokin Amsterdam Bericht auf Instagram vom 19. Juli 2024
cite-note-4949. ↑ AT5: Ondanks verbod op pride-feest Amstelveld gaan mensen in 'partyprotest', 2 augustus 2024
cite-note-5050. ↑ Canal Parade Aftermovie
cite-note-5151. ↑ Pride Amsterdam Video der Canal Parade auf NPO
cite-note-5252. ↑ Al jaren varen steeds minder grote bedrijven en multinationals mee op
 2. August 2025, archiviert vom Original am 2. August 2025; abgerufen im 1. Januar 1 (niederlĂ€ndisch). in Het Parool vom 2. August 2025
cite-note-5353. ↑ De ene sponsor trekt zich terug, de ander gaat de barricade op voor d
 31. Juli 2025, archiviert vom Original am 31. Juli 2025; abgerufen im 1. Januar 1 (niederlĂ€ndisch). auf NRC vom 31. Juli 2025
cite-note-5454. ↑ ParIn opspraak geraakte luxegym Saints & Stars trekt boot terug van Canal Parade: ‘Dit moment draait niet om ons’ in Het Parool vom 29. Juli 2025
cite-note-5555. ↑ Police arrest five Pro-Palestinian protesters at Canal Parade in Amsterdam, in NL Times vom 2. August 2025
cite-note-5656. ↑ Informationen ĂŒber Straßenfeste. NiederlĂ€ndisch, abgerufen am 12. August 2010.
cite-note-5757. ↑ Smash Gaysport (Memento vom 8. Mai 2012 im Internet Archive).
cite-note-5858. ↑ Joodse boot vaart mee op Gay Pride in Het Parool vom 8. Juli 2010, abgerufen am 19. November 2023
cite-note-5959. ↑ Autor: E.J. Tillema vom 30. Juli 2010. Interkerkelijke Omroep Nederland (IKON) (Memento vom 18. Dezember 2010 im Internet Archive) Zitat nach: „kerknieuws,nl“. (niederlĂ€ndisch)
cite-note-6060. ↑ Dokumentationszentrum IHLIA (Memento des Originals vom 5. April 2017 im Internet Archive) Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprĂŒft. Bitte prĂŒfe Original- und Archivlink gemĂ€ĂŸ Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.ihlia.nl. NiederlĂ€ndisch/Englisch, abgerufen am 21. MĂ€rz 2017
cite-note-6161. ↑ „Roze in Blauw“, Landelijk Homonetwerk Politie (Memento vom 22. MĂ€rz 2017 im Internet Archive). NiederlĂ€ndisch, abgerufen am 19. November 2023.